SARGNAGEL - DER FILM

Gerhard Ertl, Sabine Hiebler, AT, 2020
96 min., dt. OV

Termine

01.10.2021 | 14:30
Großer Saal
05.10.2021 | 15:00
Großer Saal
Ein Film über das Leben und Schaffen der Stefanie Sargnagel, die "Stimme ihrer Generation" - die nicht recht weiß was sie schreiben will und in durchzechten Nächten zwischen Prekariat und Lesebühne, Gemeindebau und Beisl, nun auch noch sich selbst in einem Film spielen soll...


Mit ihren pointierten, frechen und teils unter der Gürtellinie liegenden Postings hat sich Stefanie Sargnagel Freunde und Feinde in den sozialen Netzwerken und in der Literaturszene gemacht. Da verwundert es nicht, dass findige Produzenten an sie herangetreten sind, um aus ihrem Leben einen Film zu machen. Doch Wien Landstraße ist nicht Hollywood, und es gibt vor allem eine Herausforderung: Wer soll die Hauptrolle übernehmen? Was als Mockumentary beginnt, wächst sich immer mehr zu einer süffisant-smarten und vor allem saukomischen Spiegelung des heimischen Kulturbetriebs aus, in dem jeder ein Stück ihres Ruhms abbekommen möchte. Und über all dem schwebt die Frage: Wo endet die Kunstfigur, wo beginnt das echte Leben?
(Florian Widegger)

Wir begleiten die Autorin bei Verwandtschaftsbesuchen, besuchen die Büros der Rufnummernauskunft, wo sie einst arbeitete und ihre legendären Facebook-Postings schrieb. Wir erleben sie mürrisch auf Lesereisen zwischen Amstetten und St. Valentin. Das Café Weidinger muss vorkommen, sonst ist ein Film über Stefanie Sargnagel nicht vollständig. Wir lernen ihren Verleger und ihren Lebensgefährten, der noch besser nix tun kann als Sargnagel selbst, kennen. Und Sargnagel-Fan Jan Böhmermann macht den Talking Head, den jede ordentliche Doku braucht.
Ist das noch echt oder schon Fiktionalisierung? Muss man das Werk von der Autorin trennen? Who the hell cares. Angelehnt an die Bücher “Fitness” und “Statusmeldungen” mäandert der Stoff vergnüglich zwischen Beisl und Burnout, erzählt vom Shitstorm und den Konsequenzen, wenn man in Österreich zu Nazis Nazis sagt.