Beautiful Boy

Felix van Groeningen, US, 2018
121 min., OmdU
Spielfilm
Felix van Groeningen, dessen „The Broken Circle“ für einen Oscar für den besten fremdsprachigen Film nominiert war, erzählt mit BEAUTIFUL BOY so realistisch wie bewegend, was es für eine Familie bedeutet, sich der unberechenbaren Sucht ihres Sohns entgegenzustellen. So wenig sich BEAUTIFUL BOY dabei der rauen Wirklichkeit ihres Kampfes verweigert, so sehr überrascht der Film mit seinem Blick auf das Leben, auf die Liebe und die Hoffnung.
„Van Groeningens Werk ist kein Film, der an einer audiovisuellen Glorifizierung von Drogensucht interessiert ist. Seine Stärken liegen vor allem in der Dramaturgie und im Schauspiel. Drogensucht – das machten die Buchvorlagen bereits deutlich und das zeigt auch die Adaption sehr eindrücklich – folgt keiner überschaubaren Drei-Akt-Struktur. In banalen Bearbeitungen des Themas kommt es irgendwann zu einem kathartischen Augenblick, der alle (inneren) Dämonen besiegt – und das Leben aller Beteiligten kann endlich weitergehen. BEAUTIFUL BOY bricht mit dieser Simplifizierung: Wenn hier Sätze wie ‚Das wird gut!‘ oder ‚Heute ist ein guter Tag!‘ gesagt werden, wenn der Fahrtwind in den Haaren Freiheit verspricht oder beim Herumalbern im Garten ein kollektives Harmoniegefühl aufkommt, ist das nie von Dauer – kein Happy End, nur eine Station kurz vor der nächsten Katastrophe, vor der nächsten Lüge, dem nächsten Streit, dem nächsten nächtlichen Anruf in purer Verzweiflung. Das ist verdammt anstrengend – und äußerst glaubwürdig.“ (Kino-Zeit)