Anomalie

Richard Wilhelmer, AT, 2018
81 min., OF
Dokumentarfilm
Wer oder was ist normal? Welche Rolle spielen Normen für unser Zusammenleben? Diese Fragen stellt sich der obdachlose Philosoph und bekennende „Irre“ Fritz Joachim Rudert. Er ist Initiator des „Lehrstuhls für Wahnsinn“ und versucht, die „ferngesteuerten Massen“ aus ihrem Wahn zu befreien. Tat- sächlich hat Rudert gemeinsam mit einem bundesweiten Verband gegen psychiatrische Gewalt in Deutschland ernst zu nehmende politische Erfolge. Die essayistische Doku begleitet Rudert und seine Mitstreiter_innen auf ihrer Mission und widmet sich dem Zusammenhang von Gesellschaftspolitik und psychiatrischer Diagnose.

Wer fragt sich nicht, was ist “normal”?
Depressiv, oder einfach nur ein schlechter Tag?
Bestimmen meine Ängste mich?
Ist mein Kind normal?
Wo beginnt die Krankheit der Seele?

Die Zahl psychischer Erkrankungen steigt, Psychopharmaka überschwemmen den Markt. Sind immer mehr Menschen der modernen Gesellschaft nicht gewachsen, oder mischt hier eine Industrie mit, um ihre Profite zu maximieren?

Gemeinsam mit hochkarätigen PsychologInnen, ÄrztInnen, TherapeutInnen sowie mit Menschen, die sich übertherapiert fühlen und einem selbsternannten “Irren”, der sich auch ohne Diagnose wohl in seiner Haut fühlt, macht sich der Film auf die Suche nach dem „wahren Ich“. 

Sind wir noch „normal“ und wollen wir das überhaupt sein?
Ein Film, der die Normalität in Frage stellt.
In Zusammenarbeit mit Adelheid Kastner und Gerhard Roth.